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Buchvorschau: Empathy by Design

d:t Expertin Eva Köppen hat im Dezember 2015 ihre Dissertation am Fachbereich Sozialwissenschaften der FU Berlin erfolgreich verteidigt, die im Rahmen des HPI-Stanford Design Thinking Research Program entstanden ist. Im Februar 2016 erscheint nun ihre Dissertation als Buch bei UVK. Sie gibt eine soziologisch inspirierte Auskunft über zwei Protagonisten gegenwärtiger Arbeitsparadigmen: Empathie und Design. 

Ein empathisches Vorgehen ist vom Designer immer gefordert: Ob intern im multidisziplinären Team oder extern mit verschiedenen Usern. Vor allem das Design Thinking hat die Arbeitsweise des Designers auf die ganze Belegschaft ausgeweitet. Design Thinking soll Methoden vermitteln, die es allen Menschen ermöglichen, wie ein Designer zu denken und zu arbeiten. Doch was bedeutet das eigentlich konkret mit Blick auf die Empathie?

Durch eine Interviewstudie in einem IT-Unternehmen wird nachgewiesen, welche Folgen Empathie-Anforderungen für Mitarbeiter und Arbeitsabläufe haben. Zu diesem Zweck wurde ein Unternehmen untersucht, das eine groß angelegte Einführung von Design Thinking vorgenommen hat. Die Ergebnisse hinterfragen ein positiv aufgeladenes Bild von Empathie und zeigen die ambivalente Komplexität des Konstrukts auf. Das Buch befasst sich mit den überraschenden Effekten, die mit der Einführung von Empathie-geleiteten Arbeitsweisen wie Design Thinking einhergehen. Nicht nur mehr Freiräume, auch Frust, Dissonanzen sowie neue Kontroll- und Machtstrukturen sowie Disziplinierungsformen sind die Konsequenzen. Im Alltagsverständnis wird Empathie häufig als etwas angenommen, das in jedem Menschen angelegt ist und nur abgerufen werden muss. Die Studie zeigt jedoch: Empathisch zu arbeiten ist alles andere als trivial. Wenn der Kontext innerhalb einer Organisation sich nicht verändert, wird auch ein empathischer Arbeitsstil scheitern. 

Eva Köppen ist Promovendin am Fachbereich Sozialwissenschaften der Freien Universität Berlin. In den vergangenen Jahren hat sie ein Stipendium des Hasso-Plattner-Instituts erhalten. Hier hat sie die Einführung von Design-geleiteten Innovationsmethoden in Organisationen erforscht. Sie engagiert sich für innovative, mensch-zentrierte Weisen der Politikgestaltung.