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Master-Thesis zu Design und Transdisziplinarität

Im Juli 2015 haben die ersten Studierenden den neuen Master „Strategische Gestaltung“ der HfG Schwäbisch Gmünd abgeschlossen. Die Absolventin Tabea Kraus hat sich in ihrer designtheoretischen Arbeit damit beschäftigt, inwiefern designerisches Arbeiten transdisziplinäre Projekte unterstützen kann.

Wie kann eine Gesellschaft verändert werden? Wie kann sie so umfassend transformiert werden, dass sie sozial gerecht und ökologisch ­tragfähig ist? Vor dem Hintergrund anhaltender Nachhaltigkeits­probleme suchen Wissenschaft und Politik nach Lösungswegen, gesamt­gesellschaftliche Veränderungen herbeizuführen, die alle Bereiche des öffentlichen und persönlichen Lebens berühren.

Die Arbeit von Tabea Kraus stellt Design in den Kontext gesellschaftlicher Transformationsprozesse. Eine gesellschaftliche Transformation ist ein spezifischer Typ sozialen Wandels. Es ist keine zufällige, sondern eine bewusst initiierte Veränderung, um einen Soll-Zustand zu erreichen, wie zum Beispiel Demokratie oder Nachhaltigkeit.

Im Fokus der Thesis steht Transdisziplinarität als ein Forschungsmodus, der gesellschaftliche Veränderungen intendiert. In einem transdisziplinären Projekt arbeiten Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen gemeinsam mit Nichtwissenschaftlern an einer gesellschaftlich relevanten Problemstellung. Inwiefern kann Design transdisziplinäre Prozesse unterstützen? Welche Kompetenzen werden gebraucht und was kann Design leisten? Welche Praktiken sind genuin für den Designbereich?

Aus beiden Teilbereichen – Transdisziplinarität und Design – werden Schnittstellen identifiziert. Die Kernthese dieser Arbeit lautet: Design als Tätigkeit hilft transdisziplinären Projektbeteiligten sich zu verständigen und zusammenzuarbeiten. Design hat vermittelnde Qualitäten. Wenn Beteiligte eines transdisziplinären Projekts ihre sprachliche Kommunikation mit visuellen Ausdrucksformen unterstützen, kann die Integration heterogener Sichtweisen besser funktionieren. Fazit: Für die transdisziplinäre Forschungspraxis geht es darum Design als Tätigkeit explizit zu machen, wo es bereits ausgeübt wird, aufzuwerten, wo dessen Potential noch nicht gesehen wird und nutzbar zu machen, wo dessen Anwendung sinnvoll ist.

Bei Diskussionsbedarf und Anregungen freut sich Tabea von Euch zu hören. Nachricht an tabea.kraus@gmail.com. Eine Leseprobe gibt es hier.