d:t macht

Neue Perspektiven einnehmen

Workshop „Entwurf design-orientierter Arbeitsweisen“ bei der dgtf-Tagung in Dessau

Gegenwärtig findet in vielen Unternehmen eine Umformung der Teamsettings statt. Beeinflusst durch die digitale Transformation sind heterogene Teams und die Integration von disziplinübergreifenden Kommunikationskompetenzen notwendig. Doch nicht nur Teamkonstellationen werden hinterfragt, auch neue Arbeitsweisen sind erforderlich. Die Zusammenarbeit innerhalb der bunt gemischten, interdisziplinären Teams erfordert schlichtweg das Erlernen neuer Methoden. Das „Wie“ stellt somit eine große Herausforderung in zukunftsfähigen Organisationen dar. Gerade hierbei bieten gestalterische Entwurfsprozesse einen Mehrwert und halten stetig Einzug in die Strategiearbeit. Ein typisches Beispiel solcher gestalterischer Entwurfsprozesse sind visuelle Prototypen. Sie bieten eine Unterstützung sachorientiert zu interagieren. Durch die Greifbarkeit und Veranschaulichung wird eine gemeinsame Diskussionsbasis geschaffen, indem abstraktes Wissen in reduzierter Form dargestellt wird. Der Austausch, die Problemlösung und Ideengenerierung neuer Zukunftsperspektiven wird dadurch erleichtert. Folglich überwinden Entwurfsmethoden des Designs kulturelle, hierarchische und fachspezifische Kommunikationshürden.

Im Rahmen der dgtf-Tagung (Deutsche Gesellschaft für Designtheorie und -forschung e.V.) in Dessau konzipierte das d:t Trio Andrea Augsten, Anna Keilbach und Daniela Peukert den Workshop „Entwurf design-orientierter Arbeitsweisen“. Dessen Ziel war die Erprobung von Designmethoden innerhalb interdisziplinärer Teams anhand haptischer Prototypen.

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Um ein interdisziplinäres Teamsetting und die kollaborative Zusammenarbeit an einer gemeinsamen Zukunftsstrategie innerhalb des begrenzten Workshop-Zeitraums zu simulieren, wurden die Teilnehmer in ein Szenario mit unterschiedlichen Rollen hineinversetzt. Die Handlung des Szenarios spielte in einer Region in Norddeutschland, die von großflächiger konventioneller Land- und Viehwirtschaft geprägt ist. Die Teilnehmer, die beruflich ausschließlich Designhintergründe hatten, mussten sich durch beschriebene Personas in die Rollen von Landwirten, Biologen, Bürgermeistern, Tierärzte und Bioladen-Besitzer hineinversetzen, ihre jeweiligen Positionen und Bedürfnisse verstehen und gemeinsam eine Zukunftsvision für die Region erarbeiten. Die erste Herausforderung für alle bestand darin, den eigenen Standpunkt in dreidimensionaler Form darzustellen. Vielfältiges haptisches Material stand den Teilnehmern zum Prototypenbau zur Verfügung. Wünsche und Konflikte sollten dabei zum Ausdruck gebracht werden und anhand des entstandenen Models sich gegenseitig erläutert werden. Der zweite Part des Workshops umfasste das kollaborative Entwerfen in der Gruppe. Dabei wurde mit den zur Verfügung stehenden Materialien ein gemeinsamer Prototyp erarbeitet, welcher die Zukunftsvision für die norddeutschen Region im Jahr 2030 visualisierte.

Die Durchführung des Workshops verdeutlichte, dass Designmethoden (wie z.B. der Prototypenbau) durch die Erweiterung von Sprache um die Dimensionen Visualität und Dreidimensionalität, Kommunikationshürden reduzieren und interdisziplinär eine verbesserte Zusammenarbeit bewirken. Die Teams ließen sich durch das gemeinsame Erarbeiten der Prototypen auf eine intensive Diskussion über die Konflikte und Zukunftsperspektiven für die Region ein. Die iterative und interaktive Arbeitsweise führte zeitnah zu einem Ergebnis, an dem sich gut erste Ideen abbilden und weitere Schritte diskutieren lassen. Nicht vergessen sollte man außerdem den Spaßfaktor beim gemeinsamen Prototypenbau, der definitiv ein wichtiges Bindeglied für eine angenehme und erfolgreiche Zusammenarbeit darstellt.

Go tinkering!