d:t trifft

d:t fragt … heute, Robin Schüttert

d:t ist neugierig, steht für Dialog und spricht heute mit Robin Schüttert, Absolvent der Fachhochschule Münster, und Designer beim StartUp Perspective Daily. Sein Thesisprojekt ist online, und wir sprechen mit ihm darüber, wie es sich anfühlt, wenn der Übergang von Studium zu Job kaum wahrnehmbar ist.   

Was motiviert Dich als Designer Perspective Daily zu gestalten? 

Da muss ich ein bisschen weiter ausholen: Während der Recherchearbeit für mein Masterprojekt habe ich mich mit der politischen Partizipation Studierender beschäftigt. Ich habe festgestellt, dass politische Teilhabe aus Verantwortungsbewusstsein und Urteilsfähigkeit entsteht. Menschen müssen sich in der Lage fühlen, über politische Prozesse urteilen zu können, sie also verstehen, bevor sie aktiv werden.

Innerhalb der vergangenen Jahrzehnte hat die Globalisierung dazu geführt, dass unser gesellschaftliches Zusammenleben, vor allem die politischen Prozesse, wesentlich komplexer geworden sind. Für den Einzelnen erfordert es mehr Aufwand, auf dem Laufenden zu bleiben. Es ist dennoch kaum möglich, all die gleichzeitig ablaufenden Entwicklungen noch zu überblicken.

Deshalb wollte ich mit meinem Masterprojekt eine Teil-Lösung für dieses Problem entwickeln. Etwas schaffen, was dabei hilft, all die komplizierten Dinge runterzubrechen und verständlich zu machen, wie ihr es hier sehen könnt.

Das Internet als Medium der neuen Aufklärung eignet sich optimal um Wissen zugänglich zu machen und zu teilen. Mir kam mir die Idee, ein Online-Magazin für politische Bildung zu gestalten. Das Problem: Ich bin kein guter Autor, ich bin Designer.

Zufällig traf ich die Gründer von Perspective Daily, die begeistert von ihrem Konstruktivem Online-Medium erzählten, das sie gerade per Crowdfunding ins Leben rufen wollten. Ich war sofort angefixt.

Ich bin froh darüber, wie sich die Dinge seitdem entwickelt haben, und kann gar nicht richtig glauben, wie schnell das ging. Heute kann ich das ganze eigenverantwortlich und mit einem super Team aus smarten Leuten weiterentwickeln. Zu sehen wie mein Masterprojekt so schnell Realität wird ist unglaublich.

Zum Probelesen hier entlang:  >>//  >>//  >>

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Wie würdest Du die Kernergebnisse Deiner Master Thesis für uns zusammenfassen, quick & smart?

Das Thema meiner Masterarbeit lautete „Konzeption, Entwicklung und Gestaltung des Online-Mediums Perspective Daily“ – der Titel ist leider nicht so knackig wie das Ergebnis. Aber: für eine gesunde Demokratie ist politische Bildungsarbeit in allen Alters- und Bildungsgruppen unbedingt notwendig. Speziell im Journalismus sollte lösungsorientiertes Denken vor wirtschaftlichen Interessen stehen.

Das ist aber nicht nur die Aufgabe von Journalisten und Lehrern.

Informationen müssen gut aufbereitet werden. Unsere Aufgabe als Designer wird es in Zukunft vermehrt sein, und ist es schon jetzt, Instrumente zu schaffen, mit deren Hilfe Menschen Wissen und Erfahrungen teilen können um ihr Leben zu verbessern. Die Aufgabe des Designers geht hier weit über die Auswahl von Bildern und Schriftgrößen hinaus, aktuell passiert da sehr wenig bei renommierten journalistischen Formaten. Vielmehr muss das Nutzererlebnis auf allen Ebenen konzipiert werden, um ein komplexes System einfach bedienbar und mit dem größtmöglichen Mehrwert erfahrbar zu machen.

Dazu habe ich vor allem in die Konzeption der Diskussionsumgebung besonders viel Denkarbeit gesteckt. Die gewohnten Kommentarfluten, bei denen Unterhaltungen früher oder später immer persönlich werden, sollen vermieden werden. Es ist extrem spannend zu erfahren wie sich unsere Mitglieder verhalten und wie sich Diskussionen immer in eine konstruktive Richtung entwickeln.

Um was geht es in deiner alltäglichen Arbeit?

Bei einem Online-Medium ist das ein iterativer Prozess: Wir entwickeln uns ständig weiter. Als sehr junges Start-Up (wir sind jetzt 8 Wochen online) gibt es keine Routine, die Aufgaben wechseln stetig. Einerseits setzen wir die Artikel unserer Autoren visuell um. Andererseits entwickeln wir aber auch Eigenes: Wir layouten Infografiken, fotografieren selbst und steuern auch immer mehr Interaktives bei.

Zudem entwickeln wir seit jetzt fast acht Monaten eine Marke, die in Deutschland eine neue Form des Journalismus etablieren möchte. Deshalb arbeiten wir ständig an neuen Features und Funktionen für die Nutzerinnen und Nutzer und unsere Autoren. Um dies zu tun, müssen wir vor allem unsere derzeit rund 14.000 Mitglieder verstehen. Von deren Bedürfnissen ausgehend entwickeln wir das Produkt weiter. Was uns dabei hilft, ist die Interdisziplinarität unseres Teams. Unsere Arbeitsweise lebt von den Synergieeffekten, die bei so einer gemischten Gruppe zustande kommen. Insgesamt kann ich sagen, dass es extrem spannend ist, ein Online-Medium aufzubauen – vor allem, wenn das gesamte Team dies zum ersten Mal macht. Die Lernkurve ist enorm und ich erlebe eine unfassbar lösungsorientierte Gruppen-Dynamik, die jeden Tag Spaß macht.

Wo dürfen wir dich in Zukunft erwarten?

Aktuell bin ich noch ganz gut damit beschäftigt mein Masterprojekt umzusetzen. Hatte ehrlich gesagt noch keine Zeit mir  einen Kopf darüber zu machen. Interessante Frage…

Lieber Robin, das klingt nach einem ergebnisoffenen Abenteuer, und wir freuen uns auf den nächsten d:t Kaffee mit Dir und danken Dir für deine Zeit! Wenn ihr mit Robin über seine Arbeit, seine Rolle oder seine Reise sprechen möchtet, schreibt ihn gern an!

Wenn ihr noch mehr über Perspective Daily erfahren möchtet, hier gibt es das Video des TEDx Talks.