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Creating the University of Tomorrow – Design Thinking Workshop mit der Technischen Universität Kaunas

ein Gastbeitrag von Eva Köppen, mit Fotografien von Elias Barrasch 

Design Thinking als kreatives Lehrformat und als Methode, um die Universität von Morgen zu gestalten? 15 ProfessorInnen und DozentInnen der litauischen Kaunas University of Technology (KTU) probierten genau das aus. Vom 23. bis zum 25. Juni lernten sie anhand eines konkreten Projekts den Design-Thinking-Prozess in der Praxis kennen. d:t Beirat Sabine Junginger (Politics for Tomorrow) und d:t Expertin Eva Köppen (Politics for Tomorrow) waren als Speakerin, Workshopplanerin und Facilitator dabei.

„How can we create a learning environment that fosters 21st century skills?“

Diese Herausforderung bearbeiteten die 15 Teilnehmer aus so unterschiedlichen Fakultäten wie Musik, Architektur, Philosophie, Mechanik und Übersetzung. An drei intensiven Tagen wurden die Fünfer-Teams im Berliner Education Innovation Lab von Organisator Elias Barrasch (Education Innovation Lab) und den Facilitatoren Eva Köppen (Politics for Tomorrow), Fabian Gampp (Education Innovation Lab) und Samuel Tschepe (Hasso Plattner Institut) unterstützt.

Direkt ins Feld

Neben dem Ausprobieren verschiedener Design-basierter Methoden tauchten die Teilnehmenden direkt am ersten Tag ins konkrete Feld ein. An der TU Berlin wurden Vorlesungen observiert und Interviews mit Studierenden geführt. User Research als Innovationsmethode: Vielen Teilnehmenden wurde nun bewusst, was Studierende eigentlich unter innovativen Lernumgebungen verstehen. Ein wichtiger Perspektivwechsel, der zu mehr Empathie und neuen Ideen motivierte.

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Intensive Erfahrungen in kurzer Zeit

Teil des Workshops war eine intensive Learning Journey, um sich von anderen Insititutionen inspirieren zu lassen. Do-school, Social Impact Lab, Potsdams d-school und Design-Experte Mauro Rego ermöglichten Einblicke in die Praxis neuer design-basierter Lernangebote. „Hier konnten die Teilnehmenden erfahren, wie in extrem kurzer Zeit intensivste Lernerfahrungen gemacht werden können“, erklärt Elias Barrasch. 

Feedback von echten Nutzern

Nachdem die Teams Ideen entwickelt und geprototyped hatten, konnten sie ihre Protoypen mit studentischen Nutzern testen. „Ich bin total begeistert, was die Professoren hier für die Studenten entwickelt haben“, freut sich Janine, Masterstudentin aus Berlin. „Da können sich unsere Professoren mal eine Scheibe von abschneiden.“

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Alte Strukturen in Frage gestellt

Die Teilnehmenden zeigten sich begeistert vom Erleben eines neuen Arbeitsmodus, der ein echtes Teamgefühl erwachsen ließ und konkrete Techniken für den eigenen Arbeitsalltag an die Hand gab. „Für mich war das schönste Feedback, auf wie vielen Ebenen etwas mitgenommen wurde“, resümiert Elias Barrasch. „Wie sie über ihre Grenzen hinausgewachsen sind, wie viel Inspiration sie mitgenommen haben, um ihre Kurse neu auszurichten, wie viel Gestaltungsmut aufkam und wie radikal alte Strukturen und Arbeitsweisen in Frage gestellt wurden.“  Im Anschluss an den Workshop formulierten die Teilnehmenden Ideen für die Implementierung von Design Thinking als Lehrformat und die Gestaltung eines Labs an der KTU. Zuständigkeiten wurden zugeteilt und gemeinsame Projekte initiiert. Wir sind gespannt, was sich in Kaunas entwickelt.