Alle Artikel in: d:t trifft

Wir möchten Euch Menschen & Projekte aus der Community vorstellen.

Coffee Table Schnack mit Robert Lzicar

Im Rahmen der Unfrozen Konferenz des Swiss Design Networks im malerischen Giessbach hatte d:t die Möglichkeit, mit Robert Lzicar, Leiter des Master of Arts in Communication Design an der Hochschule der Künste Bern (HKB), über die Neuausrichtung des Studiengangs und die Zukunft der Designausbildung zu sprechen. Wie kam es zu der Umgestaltung des MA Communication Design mit den zwei neuen Vertiefungen Entrepreneurship & Design Research? Uns fiel auf, dass unternehmerische und forschende Perspektiven an Schweizer Designhochschulen zu wenig Beachtung fanden. Einen Diskurs um Entrepreneurship im Design existierte nicht, und klassische Wirtschaftsförderprogramme wie Startup-Kurse richten sich nur bedingt nach den Zielen junger Designunternehmer. Etwa stehen bei den Projekten unserer Studierenden häufiger Aspekte der Nachhaltigkeit im Vordergrund als Gewinnmaximierung. Basierend auf diesen Beobachtungen konzipierten wir den Schwerpunkt „Design Entrepreneurship“.. Die Vertiefung „Design Research“ geht zurück auf die Gründung der Graduate School of the Arts. Dieses interdisziplinär angelegte Doktoratsprogramm der HKB und der Philosophisch-historischen Fakultät der Universität Bern bietet die schweizweit einmalige Möglichkeit, im Anschluss an einen künstlerischen oder gestalterischen Master zu promovieren. Da die Schwelle zwischen der praxisorientierten …

Wie man in Illinois über das Tun in Tokio nachdenkt

*** ein Gastbeitrag von Jonas Setzkorn *** Anfang Oktober lud die Tokyo Zokei Universität Charles L. Owen Prof. Keiichi Sato und Santosh Basapur vom Illinois Institute of Technology, USA früher „New Bauhaus“, nach Aomi, Tokyo ein. Unter dem Motto „Design Research for Integrating Meaningful Systems“ referierten beide über ihre neusten Forschungsergebnisse im Medizinsektor. Prof. Sato stellte dar, wie im Operationssaal und bei der Insulintherapie immer häufiger auf die Kontexte, in denen sich Menschen bewegen, wert gelegt wird. So reicht es nicht mehr aus, allein die medizinischen Geräte zu entwickeln, vielmehr müsse die gesamte Lebenswelt des Patienten berücksichtigt werden. Dazu gehören Essgewohnheiten ebenso wie die Arbeit im Garten für das seelische Wohlergehen. Dies ist zwar nicht neu, die wissenschaftliche Qualität, so Sato, mit dieser er seine Beobachtungen anstellt, um beispielsweise die emotionale Komponente der Medikamenteneinnahme zu erfassen, ist beeindruckend. Nicht umsonst hat die Designfakultät des IIT das erste Promotionsprogramm (PhD) für Designer in den Vereinigten Staaten von Amerika ins Leben gerufen, dessen Koordinator Santo in den Jahren zwischen 1998 und 2013 gewesen ist. 23 Absolventen haben …

Zusammenarbeit im Design – quo vadis?

Die diesjährigen Mainzer Designgespräche am 29. September 2015 beschäftigen sich mit Fragestellungen der Interdisziplinarität. Als Designer arbeiten wir ständig mit Menschen aus anderen Disziplinen zusammen, doch wie genau? Welche Begriffe werden verwendet? Welche Arbeitsmethoden eignen sich für eine produktive Zusammenarbeit? Die können die unterschiedlichen Denkmuster nachhaltige Lösungen gemeinsam entwickeln – und worin liegt der Mehrwehrt „bunter“ Team? design:transfer Expertin Svenja Bickert-Appleby spricht über Integratives Denken, Interaktion und Zusammenarbeit – sowie die Grenzen größtmöglicher Vielfalt bei der Entwicklung von Ideen, Produkten, Prozessen. Einlass ist ab 13 Uhr in der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz, wir wünschen gute Gespräche und freuen uns auf die Gedanken im Nachgang!

Design eröffnet den urbanen Dialog

Svenja Bickert begleitet design:transfer seit der Gründung und ist Mitglied des d:t Experten-Teams. Im Dezember 2013 entwickelte die studierte Kommunikationsdesignerin zusammen mit Sascha Eschmann die Idee zur Initiative „MySocialCity – Stadt gemeinsam gestalten“. Svenja hatte zu diesem Zeitpunkt bereits Erfahrung als Service Designerin für die Bezirksregierung in London gesammelt und dort in einem Innovation Lab gemeinsam mit der Verwaltung Lösungen und neue soziale Innovationen erarbeitet. Sascha hatte sich als Medienwissenschaftler schon lange damit beschäftigt, wie Politik, Verwaltung und Bürger miteinander kommunizieren und warum sich Menschen immer weniger mit ihrer Stadt identifizieren. Immer mehr Menschen machen Städte zu Ihrem Lebens- und Arbeitsmittelpunkt, der Megatrend der Urbanisierung belegt diese Entwicklung weltweit. Gleichzeitig ist die Verdrossenheit gegenüber Politik und den dazugehörenden Verwaltungsstrukturen deutlich gestiegen. MySocialCity hat diese Entwicklung über 12 Monate in Wiesbaden beobachtet und erforscht. Die Ergebnisse sind eindeutig: Der Gang aufs Amt ist für die meisten Bürger nicht mehr zeitgemäß. Wenn Menschen sich nicht ernst genommen fühlen, engagieren sie sich nicht vor Ort und ein Gegeneinander zwischen Politik, Verwaltung und Bürgern entsteht. Echte Bürgerbeteiligung und das …

MIT Design Summit in Kolumbien

Im Juni 2015 kam für zwei Wochen eine Gruppe aus Studenten, Makern, Ingenieuren, Professoren und Unternehmern in der Stadt Cali in Kolumbien zusammen. Im Rahmen des „International Development Design Summits“ (IDDS) mit dem Thema “Zero Waste” arbeiteten die 39 Teilnehmer aus 13 verschiedenen Ländern eng mit der lokalen Community zusammen, um Lösungen für Entsorgungssysteme, Recycling und die Verbesserung der Lebensbedingungen der sogenannten “Recicladores” (Müllsammler) zu entwickeln. Die IDDS werden jedes Jahr vom MIT ausgerichtet, um eine interdisziplinare Lernerfahrung und die praktische Anwendung von kollaborativen Designmethoden zu fördern. Ziel ist es, gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung nachhaltige Lösungen zu entwickeln. Es entstehen Prototypen, Business Modelle und Systeme, die im Anschluss durch lokale Organisationen und Universitäten weiterverfolgt werden. Für den Workshop hat die deutsche Produktdesignerin Mona Mijthab, Mitglied des d:t Experten-Teams, die Rolle des Design Facilitators eingenommen und ein 6-köpfiges Team durch den Prozess geleitet. Die intensive Zusammenarbeit vor Ort verlangte Offenheit, Kommunikation, Improvisation und den Willen, die eigene Komfortzone zu verlassen. Als Teilnehmer des IDDS wird man Mitglied des „International Development Innovation Network“ (IDIN). Dieses bietet …