Autor: Daniela Peukert

Master-Thesis zu Design und Transdisziplinarität

Im Juli 2015 haben die ersten Studierenden den neuen Master „Strategische Gestaltung“ der HfG Schwäbisch Gmünd abgeschlossen. Die Absolventin Tabea Kraus hat sich in ihrer designtheoretischen Arbeit damit beschäftigt, inwiefern designerisches Arbeiten transdisziplinäre Projekte unterstützen kann. Wie kann eine Gesellschaft verändert werden? Wie kann sie so umfassend transformiert werden, dass sie sozial gerecht und ökologisch ­tragfähig ist? Vor dem Hintergrund anhaltender Nachhaltigkeits­probleme suchen Wissenschaft und Politik nach Lösungswegen, gesamt­gesellschaftliche Veränderungen herbeizuführen, die alle Bereiche des öffentlichen und persönlichen Lebens berühren. Die Arbeit von Tabea Kraus stellt Design in den Kontext gesellschaftlicher Transformationsprozesse. Eine gesellschaftliche Transformation ist ein spezifischer Typ sozialen Wandels. Es ist keine zufällige, sondern eine bewusst initiierte Veränderung, um einen Soll-Zustand zu erreichen, wie zum Beispiel Demokratie oder Nachhaltigkeit. Im Fokus der Thesis steht Transdisziplinarität als ein Forschungsmodus, der gesellschaftliche Veränderungen intendiert. In einem transdisziplinären Projekt arbeiten Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen gemeinsam mit Nichtwissenschaftlern an einer gesellschaftlich relevanten Problemstellung. Inwiefern kann Design transdisziplinäre Prozesse unterstützen? Welche Kompetenzen werden gebraucht und was kann Design leisten? Welche Praktiken sind genuin für den Designbereich? Aus beiden Teilbereichen …

HBR on Design Thinking

… ein Gastbeitrag von Lorenz Herfurth … The September issue of Harvard Business Review features four articles on the current status of adaptation of design thinking through businesses. The collated articles address obstacles companies face when introducing new design, core characteristics of design thinking, the strategic use of design and a case study of successful business model innovation through design. The following paragraphs provide brief overviews of the four articles. The central problem Tim Brown (IDEO) and Roger Martin (Rotman School of Management) address in their article “Design for Action” concerns the resistance that innovating organisations can face when implementing new complex artefacts, such as services or systems. While businesses might be good at developing ground-breaking ideas and innovative solutions, they can struggle to generate acceptance needed for their implementation. Brown and Martin suggest to treat the launch of a new artefact (in its widest sense) as a design challenge itself. The mechanism through which this can be achieved is to re-think the launch as an intervention. Here design is aimed at the way this …

Eigenlogik des Designs

… eine Gastrezension von Jana Thierfelder … Gerade frisch erschienen ist das Resultat aus dem gleichnamigen Forschungsprojekt vom Institut für Designforschung an der Zürcher Hochschule der Künste im Niggli Verlag. Ausgehend von der Feststellung, dass mit steigender Komplexität von ökonomischen und technischen Bedingungen die Bedeutung des Designs und damit auch gesellschaftliche Themen immer mehr in den Fokus rücken, fragen Gerhard Buurman und Marc Rölli nach den Möglichkeiten, diese Dimensionen des Designs zu erforschen und sichtbar zu machen. Sie erproben in acht Beispielprojekte eine Analyse der gesellschaftlichen Bedeutung von Design. Sie leisten einen Beitrag zur Weiterentwicklung von Methodenforschung und Theoriebildung und widmen sich den Eigenlogiken gestalterischer Produktionen, die weder auf Methodensets standardisierter Wissenschaften, noch auf etablierte Verfahren der Gestaltungsdisziplinen reduziert werden können.

Partizipation – und dann?

Anfang September fand in Basel die International Transdisciplinarity Conference 2015 unter dem Titel „Sustainability and Health: emerging topics and new challenges for inter- and transdisciplinary research“ statt. Sie wurde durch das Td-net und die Schweizer Akademie der Wissenschaften organisiert und dockte an eine größere Gesundheitskonferenz an. Leider führte dieser Zustand, der ursprünglich wahrscheinlich zu Synergieeffekten führen sollte, eher dazu, dass sich die kleine Td-Community in der Masse verlor und die eigentlich grundlegenden Fragestellungen der transdisziplinären Forschung verwässert wurden und nicht über partizipative Ansätze hinaus gingen. Die rund hundert internationalen Teilnehmer kamen aus allen Bereichen der transdisziplinären Forschung. Das Potential dieser diversen Gruppe wurde jedoch durch die langweilige Mischung allzu etablierter Konferenzformate ohne weitere Möglichkeit zum Austausch leichtfertig vergeben. Hier gibt es dringenden Bedarf an der Gestaltung neuer Tagungs-, Workshop- und Gesprächsformate. Interessanterweise hat dies das Design noch nicht für sich entdeckt: außer den zwei d:tlerinnen Jana Thierfelder und Daniela Peukert waren keine Gestalter in Sicht. Wir arbeiten daran, dass sich das ändert!

Design als Zukunft der Forschung?!

… ein Gastbeitrag von Angelika Trübswetter … Kora Kimpel (Professorin für Interface- und Interactiondesign und Prodekanin der Fakultät Gestaltung, UdK Berlin) geht in der »form« Ausgabe Juli/August 2015 auf die Suche nach der Rolle des Designers und dem Potential des Designs im universitären und außeruniversitären Wissenschaft- und Forschungskontext. Es wird deutlich, dass im Gegensatz zu Unternehmen wie bspw. Google oder Telekom,  in Forschungsorganisationen Design als Disziplin nur in Ausnahmefällen eine tragende Rolle spielt. Drei dieser Ausnahmen – das ITRI Creativity Lab (Taiwan), das MIT SENSEable City Lab (USA) und das Fraunhofer Center for Responsible Research and Innovation (CeRRI, Deutschland) – werden im Artikel näher vorgestellt.  Gemein ist diesen drei Leuchttürmen, dass sie Design als eigenständige Disziplin anerkennen und sie Design als Katalysator verstehen, um die Zukunft frühzeitig zu prägen und neue Märkte zu entdecken. Doch was ist eigentlich der Benefit einer Design-Integration in Forschungsprozesse? Kora Kimpel argumentiert, dass Design vor allem eine systematische Einbindung der Nutzungsperspektive gewährleistet und einen bisher eher vernachlässigten systematischen, prozessorientierten Beitrag in Forschungsprozessen leisten kann. Die Integration von Design kann somit …

Design. Innovation. Europe. II

Angesichts der sich stetig wandelnden wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen in Europa, gewinnt Design in den letzten Jahren an Bedeutung und Einfluss. Design wirkt sich positiv auf die Umsatz- und Gewinnentwicklung aus, dient als Innovationstreiber und ist mehrfach in paneuropäischen Studien belegt, jedoch wird dieses Wissen von vielen Organisationen noch nicht genutzt. Vor diesem Hintergrund stellen sich eine Reihe von Fragen: Wie sieht es aus mit der Designpolitik und der Designförderung in den einzelnen europäischen Staaten? Welche Designstrategien wurden dort entwickelt und praktiziert? Was ist der Stand der Dinge bezüglich der Designinitiative der EU-Kommission? Was kann und soll eine europäische Designpolitik leisten? Welchen ökonomischen Wert hat Design? Lassen sich die positiven wirtschaftlichen Effekte von Design messen und wenn ja, auf welche Weise? Um den europäischen Diskurs über Design zu fördern, lädt der Rat für Formgebung am 30. November 2015 in Berlin zu einem internationalen Kongress. Es referieren renommierte internationale Expertinnen und Experten zu den Themenbereichen Designpolitik und -strategie, „Value of Design“, Designforschung und Unternehmen. Wir freuen uns, Euch dort zu sehen!

MIT Design Summit in Kolumbien

Im Juni 2015 kam für zwei Wochen eine Gruppe aus Studenten, Makern, Ingenieuren, Professoren und Unternehmern in der Stadt Cali in Kolumbien zusammen. Im Rahmen des „International Development Design Summits“ (IDDS) mit dem Thema “Zero Waste” arbeiteten die 39 Teilnehmer aus 13 verschiedenen Ländern eng mit der lokalen Community zusammen, um Lösungen für Entsorgungssysteme, Recycling und die Verbesserung der Lebensbedingungen der sogenannten “Recicladores” (Müllsammler) zu entwickeln. Die IDDS werden jedes Jahr vom MIT ausgerichtet, um eine interdisziplinare Lernerfahrung und die praktische Anwendung von kollaborativen Designmethoden zu fördern. Ziel ist es, gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung nachhaltige Lösungen zu entwickeln. Es entstehen Prototypen, Business Modelle und Systeme, die im Anschluss durch lokale Organisationen und Universitäten weiterverfolgt werden. Für den Workshop hat die deutsche Produktdesignerin Mona Mijthab, Mitglied des d:t Experten-Teams, die Rolle des Design Facilitators eingenommen und ein 6-köpfiges Team durch den Prozess geleitet. Die intensive Zusammenarbeit vor Ort verlangte Offenheit, Kommunikation, Improvisation und den Willen, die eigene Komfortzone zu verlassen. Als Teilnehmer des IDDS wird man Mitglied des „International Development Innovation Network“ (IDIN). Dieses bietet …

Zwischen Design und Biologie

Die liebe Jana Thierfelder begleitet d:t seit der ersten Stunde und hat vor kurzem ihre Masterthesis, bei der ihr Andrea als Mentorin zur Seite stand, an der ZHdK abgegeben. Ihre Arbeit „mb al lb r 5144798 – the stuff between“ setzt sich mit dem erkenntnisbringenden Einsatz von Entwurfstechniken und der Anknüpfung des Designs an andere Wissenskulturen auseinander. Dafür arbeitete Jana als Kommunikationsdesignerin mit Biologen zusammen. Ihre Hypothese: Die Designforschung kann von der Biologie lernen. Diese Vermutung basiert auf zwei beobachteten Gemeinsamkeiten: Dem Einsatz ähnlicher Aufzeichnungstechniken und der Übersetzungsleistung von Phänomenen. Ähnlich wie der Designer eine Information mittels Entwurfstechniken übersetzt, um sie an eine Zielgruppe zu vermitteln, wird der Forschungsgegenstand der Biologen in eine auswertbare Form gebracht und weiter an eine Interessengruppe vermittelt. Jana begleitete für ihre Thesis Ornithologen bei ihrer Feldarbeit. Resultat ist eine ethnografische Studie über deren Aufzeichnungsverfahren und drei Hauptaspekte, wie das Design von einer Auseinandersetzung mit der Arbeit der Biologen profitieren kann. Einen Einblick in Janas Arbeit findet ihr in dieser Leseprobe.

Design Attitude by Kamil Michlewski

Design Attitude is a book for those who want to scratch beneath the surface and explore the impact design and designers have in organisations. It offers an alternative view on the sources of success and competitive advantage of companies such as Apple and sheds light on the cultural dynamics within organisations, where professional designers have a significant presence and influence. At its heart, the book asks the question: What is the nature of designers’ contribution that is truly unique to them as professionals?

MIT Press presents Frame Innovation

17When organizations apply old methods of problem-solving to new kinds of problems, they may accomplish only temporary fixes or some ineffectual tinkering around the edges. Today’s problems are a new breed – open, complex, dynamic, networked – and require a radically different response. In this book, Kees Dorst describes a new, innovation-centered approach to problem-solving in organizations: frame creation. Kees Dorst is Professor of Design Innovation at the University of Technology, Sydney and the author of „Understanding Design: 175 Reflections on Being a Designer“ and the co-author of „Design Expertise“.