Autor: Daniela Peukert

Kollaboratives Design – oder wie man einen Löffel schnitzt

In die designhistorisch wundervoll aufgeladene Atmosphäre der Bauhaus Aula lud der Fachbereich Design der Hochschule Anhalt Anfang Juli zur Tagung „Dimensions of together“. Der eigentlichen Konferenz ging ein Workshop-Tag voran, an dem alle Teilnehmer intensiv mit den Vortragenden arbeiten, kochen, diskutieren, denken und schnitzen konnten. Am Tag der Konferenz führte Julia Lohmann, Designerin und Professorin an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg, entlang einiger Gedanken des Soziologen Richard Sennett durch die Idee der Tagung: Zusammenarbeit. Die Vortragenden beleuchteten verschiedene Aspekte des gemeinsamen Denkens und Handels  unter dem Blickwinkel einer nachhaltigen Zukunftsperspektive. Den Anfang machte Terry Irwin, Professorin an der Carnegie Mellon University Pittsburgh, die zusammen mit Gideon Kossoff das Konzept des Transition Design vorstellte. Dabei handelt es sich um eine Spielart des Design, das durch die transdisziplinäre Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren Lösungen für eine nachhaltige Zukunft entwickelt. Im Anschluss berichtete Uwe Lübbermann, wie er und seine Mitstreiter seit 14 Jahren in einem Kollektiv Premium Cola produzieren und alle Entscheidungen demokratisch und ohne Verträge fällen. Von einer völlig andere Form der kollektiven Erfahrung schwärmte JoJo Wood aus …

By Design or Disaster 2016: What was the doing doing?

*** ein Gastbeitrag von Kris Krois*** Vom 2. Mai bis 7. Mai fand die Konferenz „By Design or by Disaster 2016“ (DoD16) an der Freien Universität Bozen-Bolzano statt. Das zentrale Anliegen der Konferenz-Reihe benennt auch schon der Titel: “Mit Design und Kommunikation zur Verwirklichung positiver öko-sozialer Entwicklungen beitragen.” Ich habe diese Reihe 2013 gestartet, um die Entwicklung des MA Eco-Social Design zu befruchten. Die diesjährige Konferenz konnte ich zum ersten Mal zusammen mit Studierenden und Lehrenden des Masters organisieren, da dieser im Oktober 2015 gestartet ist. Im Folgenden möchte ich einige wichtige Fragmente und Fragen der reichhaltigen Vorträge, einwöchigen Workshops, des runden Tisches und des World Cafe’s teilen. Into the doing! Fokus 1 der Ausgabe 2016 von By Design or by Disaster lautete: Into the doing! In diesem Sinne gab es einen praxisorientierten Workshop, den Sven Stegemann und Jannis Apfelbaum von Open State/POC21 leiteten. Es ging darum einen Gemeinschaftsgarten an der Uni Bozen zu gestalten. Was sich einigermaßen einfach anhört, war herausfordernd durch mehrere Faktoren: einige der Teilnehmer*innen hatten bereits Monate zuvor Initiativen für einen …

d:t spricht zur transformativen Praxis des Designs

Welche Rollen haben Designer_innen heute inne? Welche Impulse kann Design in gesellschaftliche Veränderungsprozesse einbringen? Wie finden Designer_innen Orientierung und Handlungsanweisungen für ihr Tun? Welche Praktiken, Methoden und Denkweisen aus dem Design können dabei zur Anwendung gebracht werden? Wo liegt das Potenzial und wo liegen die Grenzen von Gestaltung? Am Mittwoch, den 15. Juni 2016 ab 14:30 Uhr fragt die PLATFORM in einer Tagung nach Visionen und Praktiken im Design, die dazu beitragen, Gesellschaft nachhaltig zu gestalten und gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. Daniela wird im Rahmen der Tagung zum Potential des Designs als transformative Praxis sprechen und diskutieren, welche Fragen der Wandel des Designs innerhalb der Disziplin aufwirft. Wir freuen uns auf Euch in München! Halle der PLATFORM Kistlerhofstr. 70 → Haus 60 → 3. Stock 81379 München

The Little Book of Design Research Ethics

Respect, responsibility, and honesty sound great. But they’re big abstract ideas that seem completely clear until we’re asked to define and apply them in the complicated, messy, human situations of real life. The Little Book of Design Research Ethics aims to provide practical guidance we can use in the work we do every day. This book is a guide on how to seek and share insights about people’s lives in an ethical way. Though it was originally created for IDEO designers, we realized it offers practical guidance to a wide range of situations where people’s trust and respect are at stake. We hope you’ll find it useful.

d:t fährt ins Grüne

Eigentlich sehen wir uns fast jeden Monat – digital im Google Hangout. Doch langsam wird es Zeit einmal alle d:t ExpertInnen in den Zug, das Auto oder den Flieger zu packen. Wir machen eine Ausflug! Und treffen uns ein ganzens langes Wochenende in echt und ohne Bildschirm für ein Retreat, ganz analog. Wir möchten Einblicke sammeln in unsere gegenseitige Arbeit und Ausblicke entwickeln für unsere weitere Zusammenarbeit. Wir möchten Fragen diskutieren, die uns umtreiben und gemeinsam neue Ideen entwickeln. Habt ihr eine Idee für eine wundervolle Location, an der 10-12 Menschen Denken, Schlafen, Kochen, Arbeit und draußen sein können? Möchtet ihr selbst als Teil der d:t Community vom 19. – 22. Mai 2016 dabei sein – persönlich mit einem Input oder mit euren Ideen? Dann meldet euch gerne bei uns – news@designtransfer.net.

Design denken in den Schweizer Bergen

In der Abgelegenheit des altehrwürdigen Grandhotel Giessbach am Brienzer See in der Schweiz, trafen sich Designer und Designforscher vom 28. – 31.01.2016 zur Unfrozen Konferenz. Nach dreijähriger Unterbrechung beendete das Swiss Design Network mit diesem Winter Summit seinen Winterschlaf. Das abwechslungsreiche Programm aus Keynotes, Parallel Talks, Workshops und Fireside Talks adressierte ein sehr breites Themenspektrum von Typografie, Textildesign, visueller Kommunikation bis zu partizipativen Ansätzen der Designforschung, Social Design, Designgeschichte und Critical Design. Die intensiven Dialoge, die besondere Atmosphäre des Ortes und die Aufmerksamkeit der Organisationen machten die Unfrozen zu einer ganz besonderen Konferenz mit vielen Gelegenheiten zum spannenden Austausch bei Outdoor Raclette, Kamingespräch oder einer Wanderung zum See. Ein Highlight der Konferenz war der Fireside Talk von Ruth Baumeister. Sie forscht an der Arhus School of Architecture in Dänemark und sprach über Max Bills «Die Gute Form» versus Asger Jorns «Dynamic Form». Der historische Disput der beiden Designer dient Baumeister als Ausgangslage für eine Diskussion über feste Werte und Veränderung als Voraussetzung von Design. Shiro Inoue, PhD Candidate der Northumbria University (UK) berichtete in seinem Parallel …

Visionen nehmen Gestalt an

*** ein Gastbeitrag von Christoph Baierlipp *** Anlässlich des Wettbewerbs „Zukunftsstadt Lüneburg 2030+“ haben die d:t Experten Daniela  und Christoph Studierende der Leuphana Universität Lüneburg dabei unterstützt, ihre Visionen für die Stadt Lüneburg visuell auszudrücken. Im Rahmen des vom Bundesministeriums für Bildung und Forschung geförderten Wettbewerbs arbeiten in 25 Seminaren jeweils 30 Studierende an Lösungsszenarien zu vielfältigen Problemstellungen in den Zukunftsthemen Stadtplanung, Ernährung, Mobilität, Energie und Arbeit. Alle Seminarthemen verbindet dabei der gemeinsame Anspruch, eine nachhaltige Zukunft für die Stadt Lüneburg entwerfen zu wollen, die sich an den „sustainable development goals“ der Vereinten Nationen orientiert. Insgesamt 50 Studierende erlernen in den Visualisierungswerkstätten Techniken, um Ihre Visionen anderen Menschen auf einfache und verständliche Weise erklären zu können. Sie identifizieren die Schlüsselbegriffe ihrer Themenschwerpunkte, beschreiben Probleme und Lösungsansätze und lernen, diese in verständliche Bilder zu übersetzen. Anschließend arbeiten sie auf die Vision ihres Themas hin, in dem die übersetzten Begriffe mit Hilfe von Elementen des Storytellings zu einem schlüssigen Gesamtbild zusammengefügt werden. Auf der entstandenen Visualisierung werden wechselseitige Abhängigkeiten von Problemen und Lösungen deutlich und die unterschiedlichen …

Lilienthal Designpreis – Podiumsdiskussion mit d:t

Im Rahmen der Preisverleihung des Lilienthal Designpreises Mecklenburg-Vorpommern diskutiert d:t-Gründerin Daniela Peukert mit Vertretern aus Designwirtschaft und Lehre die zukünftige Rolle von Gestaltung: „Gestaltung in einer veränderten Welt: To Do´s für M-V“ Wir werden der Frage nachgehen, welche Aspekte die sich verändernde Welt ausmachen und wie sich diese auf das Design auswirken. Außerdem diskutieren wir die daraus resultierenden Perspektiven für die Gestaltung und für Mecklenburg-Vorpommern als Design-Standort. Donnerstag, 10.12.2015 | 15:00-18:00 Uhr phanTECHNIKUM Wismar Zum Festplatz 3 – 23966 Wismar Resümee Umgeben von den historischen Technikartefakten des phanTECHNIKUMs in Wismar diskutierten die Podiumsteilnehmer die zukünftige Rolle von Design: Wie begegnen wir der digitalen Revolution? Ist bald jedes Ding ein Computer? Und wie bereiten die Hochschulen die Studierenden auf die neuen Herausforderungen vor? „Die Absolventen kommen bestens ausgebildet zu uns. Sie beherrschen alle Tools und Programme hervorragend, jedoch mangelt es ihnen immer häufiger an der Kommunikationsfähigkeit im Umgang mit Kollegen und dem Kunden.“, so Ulrike Mayer-Johanssen von der Agentur MetaDesign in Berlin. Dieser Entwicklung möchte die Lehre entgegenwirken, in dem sie trotz gestraffter Studienprogramme Platz schafft für …

d:t – Design Reviewing Workshop

Wie wird man Reviewer in der Designforschung? Eingeladen von design:transfer und design promoviert öffnete sich die Tür an einem Samstag Nachmittag fast 30 mal. Weckte das Thema besondere Neugier? Oder ist der Bedarf? d:t Beiratsmitglied Sabine Junginger kennt sich nicht nur international mit Review-Prozessen von Abstracts, Conference Papers und Büchern bestens aus – sondern erklärte sich auch sofort bereit dabei zu sein! Leitfaden strukturierten den Workshop, die Diskussion war munter und besonders ihr Hinweis, sich nicht durch das Regelwerk abschrecken zu lassen, sondern das Reviewen als Kultur zu begreifen, die zum eigenen Wachstumsprozess eines Forschers beiträgt, war ermutigend! Sabine, standing ovations für das Teilen deines Wissens mit uns!    Selbst einige bereits etablierte Hasen zogen verwundert die Augenbrauen, als es um Ethik und Review-Kultur ging. Sie war Ihnen bisher auch nur minimal begegnet. – ein Grund das zu ändern! Auf den Feedback Zetteln fanden sich spannende weitere Fragen, so zum Beispiel: Wie kann der Prozess von “Veröffentlichen” und “Qualitätssicherung” iterativer werden? Ideen sind herzlich willkommen! Was können wir konkret unternehmen, um eine Review Kultur zu schaffen? …

Bauhaus goes Gegenwart

… ein Gastbeitrag von Tabea Kraus … Die Gründung des Bauhauses jährt sich 2019 zum hundertsten Mal. Das gibt Anlass zu Jubiläumsfeiern und Sonderausstellungen. Die internationale Expertengruppe „projekt bauhaus“ macht es anders: Sie holt die Ideen des Bauhauses in die Gegenwart, um sie im Licht heutiger Situationen neu zu diskutieren. Jedes Jahr soll eine andere Frage gestellt werden. Dieses Jahr: „Kann Gestaltung Gesellschaft verändern?“ Den Auftakt bildete im September ein Symposium in Berlin. Zwei Tage im Haus der Kulturen der Welt mit internationalen Rednern. Ausgebucht. Was bleibt? Die Idee ist charmant: anlässlich des hundertjährigen Geburtstages des Bauhauses keine verklärte Rückschau, keine Präsentation von Möbel-Klassikern, sondern eine „kritische Inventur der Bauhausideen“ und eine „experimentelle Suche“. Man kennt das von Silvester oder dem eigenen Geburtstag: Zurückschauen und erinnern, reflektieren und neu ausrichten, träumen und Ziele setzen. Vergangenheit aufarbeiten, um die Zukunft zu gestalten. Gibt es etwas, das wir von Früher lernen können? Sind vergangene Ideen gegenwartstauglich? „projekt bauhaus“ konstatiert: „Wir interessieren uns für das Bauhaus aus der Perspektive der Gegenwart. Uns geht es nicht um die Fetischisierung …